

Das schmucke Renaissanceschloss Weyer mit seinen arkadengesäumten Höfen birgt in seinen geschichtsträchtigen Mauern eine der europaweit bedeutendsten Meissener Porzellanansammlungen - eine Weltkulturerbe aus weißem Gold!
Sonderausstellung 2011:
"Mythos Meissen, Europas Erstes Porzellan" von Dienstag, 31. Mai bis Samstag, 1. Oktober 2011
Sonderausstellung 2011:
"Mythos Meissen, Europas Erstes Porzellan" im Schloss Weyer in Gmunden am Traunsee/Salzkammergut
Geöffnet ist die Ausstellung von Dienstag, 31. Mai bis Samstag, 1. Oktober 2011 , jeweils von Dienstag bis Freitag von 10.00 bis 12.00 Uhr und von 14.00 bis 17.30 Uhr, Samstag von 10.00 bis 13.00 Uhr (Sonntag, Montag und an Feiertagen geschlossen).
Wichtige Information:
Führungen sind auch ausserhalb der Öffnungszeiten nach Anmeldung möglich: mindestens 6 Personen, Anmeldung unter Tel: +43 7612 65018-13
Eintritt: EUR 9,50/Person
Ermäßigter Eintritt mit der Salzkammergut Card EUR 7,50/Person!
Gruppenpreis: EUR 9,50/Person inklusive Führung, Anmeldung erbeten!
Mit mehr als 1000 Exponaten zählt die Meissen-Sammlung in Schloss Weyer in Gmunden zu den schönsten Porzellansammlungen Europas. Zu sehen sind unter anderem Porzellanschätze für Kaiserin Elisabeth, Zarin Katharina d. Großen und August d. Starken, sowie mehr als 20 Königshäuser. Porzellankunst, vom Barock bis zur Moderne, gestaltet von den bedeutendsten Bildhauem und Porzellankünstlern aus Meissen von 1710 bis zur Gegenwart. Nahezu jedes ausgestellte historische Exponat hat seine eigene besondere Geschichte; spannend und interessant, oft auch märchenhaft wie aus 1001-Nacht. Damit werden für den Besucher 300 Jahre Kunst-, Kultur- und Porzellangeschichte sichtbar, verständlich und lebendig. Eine Besonderheit dieser in ihrer Art einzigartigen Ausstellung ist auch, dass man nicht nur historische Kostbarkeiten bewundern kann, wie sie ansonsten nur in den großen europäischen Kunstsammlungen und Museen zu sehen sind, sondern für Porzellanliebhaber im Museumsshop auch die Möglichkeit besteht, besonders seltenes und schönes Meissener Porzellan zu den Original-Manufakturpreisen, wie in Meissen selbst, zu erwerben.

Prunkterrine und Konfektschale Glaukos aus dem legendären Schwanen-Service
Künstler & Modelljahr: Johann Joachim Kaendler / 1736— 1741
Über fünf Jahre hat der Vater der europäischen Porzellankunst am prächtigsten und mit mehr als 2200 Teilen auch umfangreichsten jemals in Meissen entstandenen Tafelservice gearbeitet. Graf Brühl, der Premierminister unter August d. Starken, Kurfürst von Sachsen & König von Polen, bewirtete damit gleichzeitig bis zu 100 fürstliche Gäste.

Malabar (im Bild links)
Künstler & Modelljahr: Friedrich Elias Meyer / 1750—60
Zur Mitte des 18. Jh., als Meissens Modelleur Friedrich Elias Meyer diese Malabar-Figur schuf, kannte man das so bezeichnete Volk im Südesten Indiens nur aus wenigen
Reiseberichten. Eine erste Ausformung erhielt die Favoritin Ludwig XV., die Marquise de Pompadour, zur Ausstattung ihres Porzellankabinetts im Schloss Versailles.
Vase 1001-Nacht (Rück- und Vorderseite, im Bild Mitte und rechts)
Künstler & Modelljahr: Ludwig Zepner / 1960
Diese Vase, eine Gemeinschaftsarbeit der wohl bedeutendsten Meissener Künstler der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts, Ludwig Zepner, Heinz Werner und Peter Strang, wurde erstmals 1982 in einer politisch motivierten Ausstellung im Museum für Angewandte Kunst in Wien ausgestellt.

Seltene Porzellanplastiken von Paul Scheurich
Künstler & Modelljahr: Paul Scheurich
Harlekin und Columbine 1914 (im Bild links)
Bajazzo 1919 (im Bild mitte)
Dame mit Mohrenknabe 1918 (im Bild rechts)
Mit mehr als 30 Porzellanplastiken von Paul Scheurich, dem wohl herausragendsten Bildhauer und Porzellankünstler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, besitzt Schloss Weyer europaweit eine der umfassendsten Scheurich-Sammlungen.

Kugelspielerin (im Bild links)
Künstler & Modelljahr: Walter Schott/1897/1903
Der Bildhauer Walter Schott hat dieses graziöse Mädchen ganz in der Gestaltungsweise des Neoklassizismus modelliert und ursprünglich als Bronze-Skulptur, welche sich heute im Berliner Nationalmuseum befindet, erstmalig 1897 auf der Internationalen Dresdner Kunstausstellung präsentiert. Die Manufaktur Meissen erwarb die Rechte der Reproduktion in Porzellan, wobei aber zu berücksichtigen ist, dass Porzellan ein für den Künstler weitaus schwieriger zu beherrschendes Material ist, denn während des Trocknens und nachfolgenden Brennens bei mehr als 900 bzw. 1450° C schwindet die Plastik um rund ein Sechstel. Die damit verbundenen Spannungen und Bruchrisiken sind dementsprechend hoch, andererseits bietet kein anderes Material den gleichen Reiz der spiegelnden Glasur und bemalter Details.
Till Eulenspiegel (im Bild rechts)
Künstler & Modelljahr: Alexander Struck / 1941
Till Eulenspiegel — der Schalknarr sowie erbitterter Feind der Reichen und Mächtigen, Helfer der Armen und Unterdrückten. Er war aber nicht nur Possenreißer, sondern ein sehr belesener und weiser Mann, was der Bildhauer Alexander Struck (1902-1990) durch den Bücherstoß, auf dem Eulenspiegel sitzt, ausdrücken wollte. Die auf der Schulter sitzende Eule soll zudem Gerechtigkeit und Weisheit symbolisieren. Diese Figur entstand während des 2. Weltkrieges, wo sich namhafte Meissener Künstler, so auch der über 56 Jahre für die Manufaktur Meissen tätige Künstler A. Struck, bei ihrer Arbeit oft in die Märchen- und Sagenwelt flüchteten, um so Aufträgen zur Herstellung nationalsozialistisch gefälliger Kunst zu entgehen.

Jagdpokal (im Bild links)
Künstler & Modelljahr: Johann Joachim Kaendler /1741
Die Entstehungsgeschichte dieses Jagdpokals basiert auf einem kuriosen Ereignis, welches sich am 27. Oktober 1739 zugetragen hat. Die Hundemeute des Kurfürsten Clemens August von Köln hatte während einer Parforcejagd einen Hirsch bis auf das Dach eines Schafstalls getrieben, bis ihn die Piqueure des jagdverrückten Herrschers erlegten. Zur Erinnerung an dieses Ereignis erhielt Clemens August diesen Jagdpokal von König August III. zum Geschenk.
Paduaner Hahn (im Bild rechts)
Künstler & Modelljahr: Johann Joachim Kaendler / 1732
Der Gründer der ersten europäischen Porzellanmanufaktur in Meißen, August der Starke, besaß in seiner Königlichen Menagerie auch viele exotische Tiere. Die prächtigsten davon wurden vom Vater der europäischen Porzellankunst, J.J. Kaendler, in natürlicher Größe in Porzellan geformt. So auch diese um Padua gezüchtete Hahnenart, welche vorwiegend für die in den südlichen Ländern so beliebten Hahnenkämpfe verwendet wurde.

Vogeluhr (im Bild links)
Künstler & Modelljahr: Johann Joachim Kaendler / um 1745
Um die Mitte des 18. Jahrhunderts erfreuten sich reich bestückte „Menagerien“ an den Fürstenhöfen großer Beliebtheit. Auch August der Starke unterhielt solche Tiergehege in Dresden und in seinem Jagdschloss in Moritzburg. Dort hatte Kaendler die Möglichkeit, seltene Tiere und exotische Vögel in der Natur zu studieren, wie sie auch an diesem Uhrgehäuse, welches für die Zarin Katharina d. Große gefertigt wurde, zu bewundern sind.
Elefantenleuchter (im Bild rechts)
Künstler & Modelljahr: Max Esser / 1924
Tradition und Moderne sind für Meissen zwei Seiten einer Medaille. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte die Manufaktur mit Modellnovitäten freischaffender Künstler Maßstäbe moderner Porzellankunst. Vom frischen Wind des Jugendstils ließen sich auch manufaktureigene Gestalter inspirieren. Diese Entwicklung gipfelte z.B. in Kunstwerken des Meissener Art déco von Max Esser in dem 1924 entstandenen Elefantenleuchter, von welchem im Schloss Weyer eine vom Künstler signierte Erstausformung zu sehen ist.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Anbindung öffentlicher Verkehr/Fahrplanauskunft:
Galerie Schloss Weyer
R.Schober GesmbH&CoKG
Karl-Josef-von-Frey-Gasse 27
A-4810 Gmunden, Österreich
Tel. +43 (7612) 65018
Fax +43 (7612) 6560531